(Olli vor Brandenburger Tor, wa. Selbstphotografie mit Handy. Nicht schön, aber selten...)

Tourdiary Facts:

22.04.2010
Dunckerclub, Berlin (Prenzlauer Berg)
www.dunckerclub.de

Stagetime: 23.20 Uhr
End of Show: 0:30 Uhr


23.04.2010
Kulturhof, Lübbenau (Spreewald)
www.kulturhof-luebbenau.de

Stagetime: 22.00 Uhr
End of Show: 23.45

 

Toudiary Berlin - Lübbenau

(Text by Bromme. Thanx, Dude!)

Am Donnerstag um 14 Uhr ging es vom Bandraum im Schlorumpfsweg auf nach Linden-Nord (nicht unweit von meinem neuem Loft entfernt), um unseren geschätzen Tontechniker Holgi am Faustgelände abzuholen, der dort noch seine Werkstatt hat.
Als wir dann endlich komplett waren, machten wir uns auf in Richtung Berlin. Wir sind doch schon ziemlich viel rumgekommen aber in der Hauptstadt war es eine Premiere für uns, der Dunckerclub sagte uns bis dato überhaupt nix, ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte.

Nach etwas über 3 Stunden lustiger Fahrt durch die Sonne (hat wegen des kleinen, vollbeladenen Anhängers etwas länger gedauert) haben wir dann die Location im Stadtteil Pankow, Bereich Prenzlauer Berg, auch recht einfach gefunden und wurden dort auch gleich vom Personal in Empfang genommen. Hier fiel uns gleich was auf: "Det is hier Berlin wa".

Ein erster Rundgang durch den Laden machte klar: Hier werden wir uns wohlfühlen (Backstagebereich mit leckerem Essen, Schlafkojen, ausreichend Getränkemarken, liebevolles Design etwa im Titty Twister-Stil, Outdoor-Chillbereich...), allerdings konnten wir kaum glauben, wie klein die Bühne dann war...einerseits positiv weil eine Herausforderung, anderseits mit Sicherheit auch etwas hindernd, dort eine geile Bühenshow abzuliefern, weil einige in der Band immer etwas Auslauf brauchen ;)

So standen wir dann später beim Auftritt recht aneinandergequetscht vor erst ziemlich leerem, dann zum Schluss wirklich gut gefüllten Innenraum (Scusi wa, Peer, hast Du noch Abdrücke von meinem Gitarrenhals im Rücken?!) - wir haben 4 Zugaben gespielt und es war nicht leicht, die buntgewürfelte Menge zu überzeugen, sowas merkt man dann immer nach ein paar Stücken. Dank Olli´s Entertainer-Qualitäten hat es dann aber doch noch gefunkt und wir hatten ja sogar noch Unterstützung aus Hannover (Danke Mütze).
Wahrscheinlich ist das Publikum dort ohnehin verwöhnt und übersättigt, was Konzerte angeht, wir können jedenfalls mit Stolz behaupten, dass wir uns nach dem Auftritt ordentlich ausgepowert auf´s Berliner Pilsener gestürzt haben...so wurden dann nachts während der Tanzparty noch recht schnell Pläne geschmiedet, was man in Berlin alles noch unternehmen könne, spätestens als wir dann aber alle in der Falle lagen, konzentrierte man sich bereits auf das bevorstehende Frühstück in der Wohnzimmer Bar (der Schauspieler Stipe Erceg lief uns dort über den Weg...hat uns aber nicht erkannt...) und auf zweideutige Schlafgeräusche.
Wenn Ihr mal in Berlin in der Nähe seid, peest da hin und sagt mal ordentlich Moin:
www.wohnzimmer-bar.de

Wir haben dann noch dem Regierungsviertel einen Besuch abgestattet und die Berliner Luft genossen, lagen wir ja super in der Zeit!
Holgi sorgte dann noch für Bildung und outete uns als größtenteils geschichtsunwissende Dudes. Wenn wir in Zukunft auf Tour sind, wird jeder von uns einen Vortrag über die jeweilige Stadt vorbereiten und selbstverständlich auch auf der Bühne für Fragen zur Verfügung stehen - das ist eine Option, die man durchaus ziehen kann.

Der Kulturhof in Lübbenau liegt etwas versteckt und unscheinbar in dem kleinen Örtchen nahe der polnischen Grenze. Die Fahrt war eher zermürbend, Lars und Peer haben sich am Steuer abgewechselt und der Rest pennte so bei ganz übler Schlagermusik von Antenne Brandeburg vor sich hin und hielt sich mit den typischen Bandwitzen und der aktuellen Bildzeitung am Leben.
Running Gags auf jeden Fall: Italienisch mit berliner Dialekt und deutsch mit russischem Akzent. Peer entdeckte noch das kleine Örtchen Vetschau, wo es einen hervorragenden Untertagebau geben soll! So lassen sich gerne 2 Tankfüllungen verbraten!

„Immerhin wohnen hier fast 6000 Leute“ meinten die Jungs von Moon, unserer Vorgruppe an diesem Abend, „Kann sein dass heute auch garkeiner kommt“ steuerte die nette, ehrenamtliche Bandbetreuuerin bei. „Mille Grazie wa“ dachten wir uns, längst vom Berliner Dialekt geschädigt und richteten die Bühne ein, bei der unsere neuen Aufsteller richtig gut zur Geltung kamen, während sich Holgi mit den örtlichen Gegebenheiten der Technik abärgerte.
Es gab lecker Schnitzel und eine gratis Kiste Berliner Pils für die Bands.
Moon starteten gegen 22 Uhr mit ihrem wirklich mitreissenden Bluesrock, gespickt mit Coversongs von u.a. ZZ Top und lockten die anwesenden 15 Gäste (!!) ordentlich aus der Reserve.
Eine sehr junges Duo, schaut mal auf ihre Website:
www.myspace.com/mooncalau

Wir begannen dann recht locker und switchten die Setlist nach Lust und Laune um, offensichtlich waren die Leute hier zum Rocken und wir ja auch – also gaben wir ihnen 60 Minuten das volle CT-Brett und liessen Balladen außen vor.
Bei den anschließenden, spontanen Zugaben (u.a. American Woman und I Was Made For Loving You) hatten wir dann auch die Lübbenauer auf unserer Seite, der Kulturhof war mittlerweile ebenfalls ordentlich gefüllt und tanzte, ich glaube, wir hätten noch eine Stunde weiterspielen können, beschwert hätte sich niemand.
Interessant wie offen und ehrlich die Leute dort mit uns umgingen, vielleicht ein etwas anderer Schlag Mensch als man es von manchen Personen aus der Heimat gewohnt ist.
Wir gingen recht schnell backstage und feierten dann noch bis spät (Danke an "Die Supernasen" für die schlechtesten Jokes aller Zeiten) – was sich am nächsten Morgen beim frühen Austehen (Frühstück um 8, Duschen, danach gleich Abbauen und Abfahrt) logischerweise bemerkbar machte, schließlich ist man keine 20 mehr, nech.

Gegen 14 Uhr waren wir dann wieder beim Proberaum und verabschiedeten uns gegenseitig ziemlich wehmütig ins Wochenende (Gernot wurde von seiner süßen Tochter abgeholt, 3 von uns mussten anschließend sogar noch zur Arbeit) – ich habe mein Wahwah aber dann trotzdem nicht aus dem Fenster geworfen, hat es mich doch 2 Abende hintereinander im Stich gelassen.

Fazit: Alles paletti wa! Danke an alle die da waren, an die sehr zuvorkommenden Clubs und Annett für´s Booking.